
(djd). Eigentlich will man nur kurz aufs Klo. Doch dann noch fix Nachrichten checken, durch soziale Medien scrollen oder E-Mails lesen – und so werden aus zwei Minuten auf der Toilette dank Smartphone ganz schnell zehn.
Was harmlos wirkt, kann dem Po mehr zusetzen, als viele ahnen. Tatsächlich sehen Experten einen Zusammenhang mit Hämorrhoidalbeschwerden. Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Betroffenen mit Analproblemen zeigt: 57 Prozent nutzen ihr Handy auf dem WC, bei den 25- bis 39-Jährigen sind es sogar 78 Prozent. Sieben von zehn geben an, dadurch länger sitzen zu bleiben als ursprünglich geplant.
Druck auf die Hämorrhoidalpolster
Genau hier liegt das Problem. Denn beim Sitzen auf der Toilette fehlt dem Beckenboden die Unterstützung – dadurch wirkt der Druck ungebremst auf die Hämorrhoidalpolster. Auch behindert die typische Toilettenhaltung den Blutabfluss aus dem Gewebe. Beide Faktoren können dazu beitragen, dass sich das Risiko für Hämorrhoidalbeschwerden erhöht. In einer aktuellen Studie wurde dies eindrucksvoll bestätigt: So war die Smartphone-Nutzung auf der Toilette mit einer um 46 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit für vergrößerte Hämorrhoiden verbunden. Dadurch können Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blutungen auftreten. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage wurde am häufigsten über Juckreiz (76 Prozent), das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung (68 Prozent) und Brennen (53 Prozent) geklagt.
Auf die Sportart kommt es an
Nicht nur das Smartphone steht im Verdacht, Beschwerden zu begünstigen. Auch beim Sport kommt es auf das richtige Maß an. Während Spaziergänge oder Nordic Walking die Verdauung unterstützen können, belasten Radfahren, Reiten oder intensiver Kraftsport den Beckenbereich stärker. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) berichtet von Beschwerden beim oder nach dem Sport. Trotzdem suchen viele keine Hilfe. 58 Prozent der Befragten verzichten auf den Gang in Praxis oder Apotheke. Dabei können rezeptfreie Salben wie Posterisan akut mit Lidocain gegen Schmerzen und starken Juckreiz oder Hämorrhoidensalben und Zäpfchen wie Faktu lind mit dem pflanzlichen Wirkstoff Hamamelis bei Juckreiz, Brennen und Nässen in frühen Stadien eingesetzt werden.
Was jeder selbst tun kann
Bei Blutungen, Schmerzen und anhaltenden Problemen sollte die Ursache allerdings immer ärztlich abgeklärt werden. Darüber hinaus sind unterstützende Maßnahmen wie die Anpassung des Lebensstils ratsam. Tipps hierzu finden sich beispielsweise unter www.pogesund.de. So kann eine ballaststoffreiche Ernährung ebenso hilfreich sein wie ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, täglich 20–30 Minuten gehen und vor allem kurze Toilettengänge.
Foto: djd/Dr. Kade/geargodz - stock.adobe.com
Wenn Scrollen unter die Gürtellinie geht
Schlecht für den Po: Smartphone auf dem Klo
Veröffentlicht am: 03.07.2026
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